Berührung, Achtsamkeit, Nervensystem und Stress -
wie wirkt achtsame Massage?

Unser Nervensystem verarbeitet täglich unzählige Reize und steuert, wie unser Körper auf Belastungen reagiert. In stressigen Phasen ist vor allem der Sympathikus aktiv: Er versetzt den Körper in erhöhte Alarmbereitschaft, Herzschlag und Muskelspannung nehmen zu und Stresshormone wie Cortisol werden ausgeschüttet.
Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann er das körperliche und seelische Wohlbefinden teils sehr stark beeinträchtigen.

Achtsame Massage und bewusste Berührung können das Nervensystem dabei unterstützen, wieder in einen Zustand von Ruhe und Regeneration zu finden.
Sanfte, langsame Berührungen aktivieren spezielle Berührungsrezeptoren in der Haut, die Signale an Hirnregionen weiterleiten, welche mit Entspannung, Sicherheit und emotionalem Wohlbefinden verbunden sind. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Massage die Aktivität des parasympathischen Nervensystems fördern, die körperliche Stressreaktion abschwächen und das subjektive Stressempfinden reduzieren kann.
Gleichzeitig berichten viele Menschen von einem besseren Körpergefühl, tiefer Entspannung und einer größeren inneren Ausgeglichenheit.

Während der Massage lade ich ausserdem dazu ein, die Aufmerksamkeit immer wieder auf den Atem und die Körperempfindungen zu richten – ähnlich wie bei den Übungen der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) nach Jon Kabat-Zinn. Achtsamkeit kann helfen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, den gegenwärtigen Moment bewusster und freundlicher wahrzunehmen und Stress gelassener zu begegnen. Massage und Achtsamkeit können sich hier für ein intensiveres Ergebnis ergänzen.

Massage ist kein Ersatz für eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Sie kann jedoch eine wertvolle ergänzende Möglichkeit sein, Stress abzubauen, die Körperwahrnehmung zu fördern und das Nervensystem in seiner natürlichen Regulationsfähigkeit zu unterstützen.

  • Field, Tiffany, (2016). Massage Therapy Research Review. Complementary Therapies in Clinical Practice, 24, 19–31. https://doi.org/10.1016/j.ctcp.2016.04.005

  • McGlone, F., Wessberg, J., & Olausson, H. (2014). Discriminative and affective touch: sensing and feeling. Neuron, 82(4), 737–755. https://doi.org/10.1016/j.neuron.2014.05.001

  • Morrison, I. (2016). Keep Calm and Cuddle On: Social Touch as a Stress Buffer. Adaptive Human Behavior and Physiology, 2, 344–362.

  • Jon Kabat-Zinn (1990). Full Catastrophe Living – das Grundlagenwerk zu MBSR

Zeit für dich, Zeit für Erholung: